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Gesehen: Roma

29. Dezember 2018

Ein Film des Mexikaners Alfonso Cuarón

Schmutzwasser wird über die Zementfliesen eines Innenhofs gegossen, immer und immer wieder. Ab und zu bildet sich eine Pfütze, in der sich der Himmel spiegelt, durch den einmal auch ein Flugzeug kriecht. Mit diesem langsamen Vorspann werden die Zuschauerinnen und Zuschauer eingestimmt auf das Tempo dieses Schwarzweissfilms, der in den Jahren 1970/71 im gutbürgerlichen Stadtteil Roma in Mexiko-Stadt spielt.

Der Innenhof ist Empfangsraum, Garage, Hundegefängnis, Ort für Kinderspiele und Schauplatz für subtile Running Gags in diesem Drama, das so leise anrollt. Erzählt wird die Geschichte zweier Frauen, die mit dem Haus zu tun haben, zu dem der Hof gehört. Sofía ist die Hausherrin, Mutter von vier Kindern, verheiratet mit einem Arzt. Cleo ist eine der Hausangestellten, welche die Familie rund um die Uhr bedient und die in einem Zimmer im Hinterhaus wohnt. Beide Frauen werden von ihren Männern verlassen. Der Arzt haut mit einer jungen Kollegin ab, Cleos Liebhaber macht sich davon, nachdem sie schwanger geworden ist. Durch diese Ausnahmesituation kommen die weisse Hausherrin und das Indio-Dienstmädchen einander näher. Oder so scheint es zumindest am Schluss des Films, aber der Schein kann trügen.

In dieser Geschichte, in der auch das Fronleichnam-Massaker von 1971 thematisiert wird, ist alles enthalten: Liebe und Verrat, Zärtlichkeit und Gewalt, Geburt und Tod. Und ein zu grosses Auto. «Roma» ist einer jener Filme, die einen noch Tage lang begleiten. Und immer wieder schiebt sich das Gesicht von Yalitzia Aparicio vor das innere Auge, der Darstellerin der Cleo, die zu Recht als beste Hauptdarstellerin für den Critics’ Choice Movie Award 2019 nominiert worden ist.

Aktuelles Gesehen: Roma

29. Dezember 2018

Ein Film des Mexikaners Alfonso Cuarón

Schmutzwasser wird über die Zementfliesen eines Innenhofs gegossen, immer und immer wieder. Ab und zu bildet sich eine Pfütze, in der sich der Himmel spiegelt, durch den einmal auch ein Flugzeug kriecht. Mit diesem langsamen Vorspann werden die Zuschauerinnen und Zuschauer eingestimmt auf das Tempo dieses Schwarzweissfilms, der in den Jahren 1970/71 im gutbürgerlichen Stadtteil Roma in Mexiko-Stadt spielt.

Der Innenhof ist Empfangsraum, Garage, Hundegefängnis, Ort für Kinderspiele und Schauplatz für subtile Running Gags in diesem Drama, das so leise anrollt. Erzählt wird die Geschichte zweier Frauen, die mit dem Haus zu tun haben, zu dem der Hof gehört. Sofía ist die Hausherrin, Mutter von vier Kindern, verheiratet mit einem Arzt. Cleo ist eine der Hausangestellten, welche die Familie rund um die Uhr bedient und die in einem Zimmer im Hinterhaus wohnt. Beide Frauen werden von ihren Männern verlassen. Der Arzt haut mit einer jungen Kollegin ab, Cleos Liebhaber macht sich davon, nachdem sie schwanger geworden ist. Durch diese Ausnahmesituation kommen die weisse Hausherrin und das Indio-Dienstmädchen einander näher. Oder so scheint es zumindest am Schluss des Films, aber der Schein kann trügen.

In dieser Geschichte, in der auch das Fronleichnam-Massaker von 1971 thematisiert wird, ist alles enthalten: Liebe und Verrat, Zärtlichkeit und Gewalt, Geburt und Tod. Und ein zu grosses Auto. «Roma» ist einer jener Filme, die einen noch Tage lang begleiten. Und immer wieder schiebt sich das Gesicht von Yalitzia Aparicio vor das innere Auge, der Darstellerin der Cleo, die zu Recht als beste Hauptdarstellerin für den Critics’ Choice Movie Award 2019 nominiert worden ist.

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