Adieu Weltbank
Beim ersten Mal dachte ich an einen Kollegenscherz und spielte tapfer mit. «Nein, Geld hab’ ich keins, aber – (mit Blick auf meinen Arbeitstisch) - einen Verlag hätte ich zu bieten, falls Sie damit was anfangen können?» - «Es geht um anderthalb Millionen», erklärte der Mann, «damit ist nicht zu scherzen!» Da wusste ich: Die meinen es ernst.
Nach rund zehn Jahren und Dutzenden von Anrufen spiele ich immer noch mit. Höflich und meist auf Englisch. Auch als gestern Abend eine Frauenstimme auf «Franglais» fragte: „Ise siss ssö wörld bänke?“ gab ich meine knappen Anweisungen: „Dial one zero more and you’ll get to Washington.“
Danach wurde mir fast ein bisschen wehmütig ums Telefon. Mit der Einführung von 044 ist Schluss. Dann habe ich nicht mehr die gleiche Nummer wie die Weltbank, with one zero less. Dann habe ich sie nicht mehr am Draht, die verdatterten Menschen, die – innerlich schon über dem Atlantik – kaum fassen können, dass sie es nur auf ein chaotisches Pult im Herzen von Zürich geschafft haben.
Unveröffentlichte Kolumne zur Einführung der Vorwahl 044 im Jahr 2004